Die ehrliche Antwort lautet Monate, nicht Jahre — aber nur, wenn du das Richtige misst. Die meisten Schätzungen messen Prüfungsniveaus. Ein Gespräch zu führen ist eine niedrigere Hürde als ein bestandenes B1, und du erreichst sie weit früher, als die offiziellen Stundenzahlen nahelegen.
Die offiziellen Zahlen und was sie übersehen
Institutionen nennen 600 bis 750 Stunden für eine dir nahe Sprache und das Zwei- bis Dreifache für eine ferne. Diese Zahlen beschreiben Lesen, Schreiben, Hören und Sprechen zusammen, formal geprüft. Gesprächsfähigkeit ist enger. Ein paar hundert Wörter, das Präsens und der Mut, trotz Fehlern weiterzureden, tragen ein gewöhnliches Gespräch — und diese Kombination stellt sich in Monaten regelmäßigen Sprechens ein.
Was die Zahl tatsächlich bewegt
Sprechstunden, nicht Lernstunden. Zwei Lernende mit identischem Wortschatz unterscheiden sich enorm, wenn einer fünfzig Stunden gesprochen hat und der andere fünf. Häufigkeit schlägt Dauer. Fünfzehn Minuten täglich übertreffen zwei Stunden am Sonntag, denn Sprechen ist zum Teil eine motorische Fähigkeit und verfällt ohne Kontakt schnell.
Realistisches Ziel für die meisten: einfache Gespräche über vertraute Themen in drei bis sechs Monaten, bei täglicher Sprechpraxis. Ohne Sprechpraxis lautet die Zahl praktisch nie.